Arbeiten in den eigenen vier Wänden

Homeoffice – bis vor kurzem für manchen noch ein Fremdwort – wurde für viele von uns in diesem Jahr Realität. Von einem Tag auf den anderen sollte / musste / durfte jede und jeder mit einem Bürojob von zu Hause aus arbeiten. 

Doch arbeiten von zu Hause aus mit einer ganzen Familie im Rücken, ist nicht immer einfach. Vor dem Videocall sorge ich schon für alle Eventualitäten vor: Jedes Kind bekommt eine Trinkflasche und eine Schale mit Obst und Salzfischli ins Zimmer, damit ja keiner in der nächsten Stunde einen unüberwindbaren Hungerast bekommt. Zudem waren auch alle auf der Toilette und dürfen nun Hörspiele hören, bis ich wieder in ihr Zimmer komme. Der liebe Ehemann wird gebeten, seine vielen Telefonate mit gedämpfter Stimme zu führen, damit nicht mein ganzes Büro zuhören kann. 

Und so gehts dann los: Gespannt sitze ich vor meinem Laptop und rufe ein fröhliches Hallo in die Runde. Doch keiner scheint, mich zu hören! Was ist denn jetzt schon wieder los? Hektisch schreibe ich eine Nachricht, dass etwas nicht funktioniert und überprüfe gleichzeitig das Mikrophon und dessen Einstellungen. Der Laptop wird runter und wieder hochgefahren und einige Schweisstropfen später können mich auf wundersame Weise alle meine KollegInnen hören. 

Doch es gibt auch spannende Seiten am Homeoffice. Denn endlich kann ich mal sehen, wie meine Kollegen so wohnen. Mein Chef oder seine Frau scheinen eine Vorliebe für Katzen zu haben, denn hinter ihm hängen lauter Bilder mit Katzenmotiven. Mein einer Kollege sitzt vor einer Playmobilburg und hat wohl keine Zeit gehabt sich zu frisieren, während mein anderer Kollege anscheinend wieder bei seinen Eltern eingezogen ist, oder wie lassen sich die geblümten Vorhänge im Hintergrund sonst erklären?

Aber selbst ein vermeintlich gut organisiertes Homeoffice kann mal schiefgehen, denn auf dem Tablet, auf dem gerade «Globi beim Fernsehen» lief, war wohl noch der Messenger geöffnet. Denn als ich einige Zeit später den Chatverlauf anschaue, sehe ich, dass ein pfiffiges Kind auf die Nachricht «Bitte, melde Dich doch kurz, wenn Du Zeit hast», meiner Kollegin bereits mit «ggghhöadskljadlösjö» geantwortet hat.